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Der Leiter der Oberen Mühle vor dem Plakat des Festivals.

Rolf Hiltebrand liess sich durch seine Frau inspirieren – er veranstaltet die «Noches Olé» seit 17 Jahren. Foto: PD

Festival Noches Olé

Durchgetanzte Nächte in Dübendorf

Die Obere Mühle wird zum Ort des lateinamerikanischen Lebensgefühls. Spanischer Flamenco und Musik aus Kuba versprechen feurige Nächte in Dübendorf.

Rolf Hiltebrand liess sich durch seine Frau inspirieren – er veranstaltet die «Noches Olé» seit 17 Jahren. Foto: PD

Veröffentlicht am: 30.05.2024 – 09.41 Uhr

Die Idee zum Festival Noches Olé sei ihm während des Schwimmens eingefallen. «Meistens, wenn ich mich bewege, gibt es Freiraum im Kopf, um neue Ideen zu entwickeln», sagt Rolf Hiltebrand. Der Leiter des Kulturzentrums Obere Mühle gibt aber zu, dass ihn seine Frau inspiriert hat. Sie ist mütterlicherseits Spanierin. «Sie hat mich dafür begeistert, die spanische und die lateinamerikanische Welt jeweils für ein paar Tage nach Dübendorf zu holen.»

Das war vor 17 Jahren, als Rolf Hiltebrand ganz neu die Stelle als Leiter der Oberen Mühle antrat. Jetzt ist es wieder so weit: Die heissen «Noches Olé» finden in der ersten Juniwoche zum 17. Mal statt.

Hiltebrands Passion ist es, eine Kombination aus Tanz, Film, Konzert und Kulinarischem anzubieten, die das lebendige Lebensgefühl der spanischen und der lateinamerikanischen Kultur verkörpert. «So kann das Publikum in eine andere Welt eintauchen.»

Für ihn war es wichtig, einen kulturellen Anlass zu schaffen, an dem man auf Gleichgesinnte trifft. Man könne sich treiben lassen und einfach miteinander ins Gespräch kommen. «Auch sind die Künstlerinnen und Künstler präsent und nahbar.» Für die familiäre Atmosphäre sorgt wohl vor allem auch die grosse Paella-Pfanne, die mitten auf der Plaza über einem Feuer stehen wird.

Den Tod und das Leben feiern

Das Festival bietet Unterhaltung in verschiedenen Sparten, so wird es neben den Abendprogrammen eine Ausstellung geben, die auch tagsüber besucht werden kann. Dieses Jahr stellt Nubia Soledad García Hernández ihre farbenfrohen und tiefgründigen Werke in der Stadtgalerie aus. Die Künstlerin lebt in Zürich und hat in Bogotá studiert. «Ihre Bilder regen bestimmt auch zum Nachdenken an», so Hiltebrand. Auf Instagram publiziert sie zum Beispiel Bilder von Schlangen und Skeletten.

In der Vergangenheit buchte die Obere Mühle für die «Noches Olé» immer wieder junge Musikerinnen und Musiker, die in Dübendorf noch im kleinen Rahmen auftraten, aber einige Zeit später schon den internationalen Durchbruch schafften.

So sei das etwa mit Rita Payés gewesen. «Diesen Sommer spielt sie in einer Riesenarena im Teatre Grec in Barcelona, wo meine Frau und ich die letzten Tickets ergattern konnten», sagt Hiltebrand stolz. «Wer weiss, vielleicht wird das mit Alba Armengou ähnlich sein.» Die junge Trompetenspielerin und Sängerin tritt dieses Jahr in der Oberen Mühle auf und hat mit ihren zarten 21 Jahren schon auf 30 Alben mitgewirkt.

Auch auf die Band Compay Segundo freut sich Hiltebrand. «Mit kubanischer Musik weiss man einfach, was man hat.» Das Niveau sei hoch, und das Publikum werde sicherlich dazu tanzen, sagt er.

Legendär sei auch der Flamenco-Abend. «Da wird die Obere Mühle jeweils zum feurigen Hexenkessel.» Die hohe Kunst der Körperbeherrschung – die Spannung und die Entladung – , das sei immer sehr eigen und fesselnd.

Workshops zum Mitmachen oder Strassenkunst neben der kochenden Paella gibt es aber nicht. Vielleicht noch nicht. «Die Aufwendungen müssen sich leider im finanziellen und personellen Rahmen halten», sagt Hiltebrand dazu. Aber vielleicht falle ihm für nächstes Jahr ja noch eine passende Idee ein.

Das Programm des 17. Festivals Noches Olé vom 6. bis 9. Juni

Donnerstag, 6. Juni: Um 20.15 Uhr tritt die Trompetenspielerin Alba Armengou aus Spanien auf. Schon mit sieben Jahren stand sie auf der Bühne mit den Musikern der Sant Andreu Jazz Band.

Freitag, 7. Juni: Um 20.15 Uhr treten die offiziellen Nachfolger des Buena Vista Social Club auf: Die Compay Segundo aus Kuba füllt den Raum mit rhythmischen Klängen.

Samstag, 8. Juni: Um 20.15 Uhr wird es feurig und lebendig – fünf Flamenco-Tänzerinnen führen temporeich durch die Klaviatur von Emotionen, mit einer Portion Humor und einer Prise Charme.

Sonntag 9. Juni: Um 11 Uhr zeigt der Verein Apia den Film «La mirada invisible». Der argentinische Film beleuchtet das Leben einer 23-jährigen Schulangestellten, die alles richtig machen will und sich während der argentinischen Diktatur in die Rolle einer Beobachterin und Späherin drängen lässt.

Ausstellung: Die kolumbianische Künstlerin Nubia Soledad García Hernández präsentiert mit ihrer Arbeit eine farbige und nachdenkliche Vision zeitgenössischer Kunst – am Donnerstag und Freitag von 14 bis 22 Uhr, am Samstag von 18 bis 22 Uhr und am Sonntag von 10 bis 14 Uhr.

Essen: Die Gastronomie der Oberen Mühle mit Tobias Kern und Désirée Eggli kocht Paellas Olé auf offenem Feuer auf der Plaza. Das Dreigängemenü in den Varianten mit Poulet oder Meeresfrüchten gibt es von Donnerstag bis Samstag vor den Abendvorstellungen. Am Sonntag wird nach dem Film ein typisches argentinisches Mittagessen serviert.

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