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Gesellschaft
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Zwei Personen auf einem Spielfeld.

Wenn die Cheerdancers mit den Zurich State Spartans trainieren, beweisen sie auch athletische Fähigkeiten. Foto: Seraina Boner

Sportübergreifendes Training

Wenn eine Tänzerin einen Touchdown hinlegt

Normalerweise tanzen sie am Spielfeldrand, wenn die Dübendorfer State Spartans über den Platz bolzen. Doch für einmal zeigten die Cheerdancers den Männern, dass Football-Training auch anmutig geht.

Wenn die Cheerdancers mit den Zurich State Spartans trainieren, beweisen sie auch athletische Fähigkeiten. Foto: Seraina Boner

Veröffentlicht am: 01.12.2023 – 10.44 Uhr

«Let’s go Spartans!» Das ist normalerweise die Kampfansage der Cheerdancers Pink Ladies Cheer aus Uster, wenn sie die Zurich State Spartans, das Football-Team aus Dübendorf, anfeuern. Dann fliegen die Pompons durch die Luft, es gibt athletische Jumps und Pirouetten. Mit der Tanzchoreografie soll die Mannschaft angefeuert und das Publikum in Stimmung gebracht werden.

Nur dieses Mal sind die Rollen anders verteilt: «Heute trainieren wir mit den State Spartans zusammen, mit dem Team, das wir normalerweise anheizen», erklärt Nathalie Bötschi, Präsidentin und Headcoach der Pink Ladies Cheer.

Sechs Personen auf einem Feld.
Das Austauschtraining fand trotz Kälte und Dauerregen auf der Sportanlage Dürrbach in Wangen bei Dübendorf statt. Foto: Seraina Boner

Erst seit diesem Jahr «cheeren» die Pink Ladies Cheer bei den Heimspielen an der Seite der State Spartans. Man habe ein neues Cheerleader-Team gesucht, die Pink Ladies angefragt und eine Zusage bekommen, sagt Headcoach Florian Schaad. «Jetzt sind wir als Football-Team wieder komplett, denn ohne Cheerleaders fehlt schon das gewisse Etwas.» Um sich besser kennenzulernen, wurde dieses gemeinsame Training organisiert. «So entsteht ein besseres Verständnis für die andere Sportart.»

Auch die Spartans können tanzen

Ende dieses Sommers war es umgekehrt, da nahmen die Spartans bei den Pink Ladies am Tanztraining teil. «Die 20 Herren haben eine gute Leistung hingelegt», sagt Bötschi. Nebst einem intensiven Intervalltraining wurden auch Choreografie-Einlagen geübt. «Geschwitzt wurde allemal, und das Interesse war durchaus da.»

Weder der endlose Regen noch die Kälte um die null Grad schrecken die Ladies an diesem Novemberabend im Dürrbach ab. Mit mehreren Pulloverschichten und Schals ausgerüstet, ziehen sie mit den Spartans ins Feld. «Mal schauen, wie fit ich bin», sagt die eine.

Dem Winter trotzen

Ihre Kollegin meint lachend, dass sie heute jemanden «tackeln», also «anrempeln» will. Headcoach Bötschi: «Das Wetter schreckt uns überhaupt nicht ab, wir haben schon oft im Regen am Spielfeldrand getanzt, da sind wir nicht zimperlich.»

Tatsächlich sind die Pink Ladies wild entschlossen. Denn das Training beginnt sogleich mit Sprints, Sprints und nochmals Sprints. Der Regen zeigt sich genauso ausdauernd wie die Sportler selbst, die Kleider sind bereits nach ein paar Minuten durch und durch nass. Die Tänzerinnen verziehen aber keine Miene. In Bezug auf die Fitness sind Männer und Frauen auf Augenhöhe.

Während der ersten Stunde geht der Drill weiter. Da eine schnelle Kehrtwende, dort ein beherzter Sprung über ein Hindernis, und dabei immer schön den Football in der Hand halten. Und da gibt es dann doch einen Unterschied, die Bewegungen der Pink Ladies sind doch deutlich anmutiger – Tänzerinnen eben.

Touchdown!

Zur Krönung des gemeinsamen Trainings wird dann in der zweiten Stunde Football gespielt, einfach ohne Körperkontakt – ein sogenanntes Flag Football (siehe Box). Zur Überraschung aller schafft es eine flinke Pink Lady, trotz aller Hindernisse, in die Endzone der gegnerischen Mannschaft zu gelangen. Touchdown!

«Das war echt eine Überraschung für uns Cheerdancers und für das erste Mal Football eine tolle Leistung», meint Bötschi später. Auch der Trainer der Spartans zeigt sich von der Schnelligkeit einiger Tänzerinnen beeindruckt.

Bötschi wiederum streicht den Teamspirit der Spartans hervor. «Das hat mich beeindruckt, vor allem deren Disziplin und das gegenseitige Motivieren, Pushen und Loben», sagt sie – und freut sich schon jetzt auf die kommende Sommersaison.

Flag Football …

Flag Football ist kontaktloser American Football. Ziel ist es, einen Treffer zu erzielen, indem man einen bestimmten Bereich des Spielfelds erreicht. Um den Angriff zu stoppen, kann das verteidigende Team entweder den Ball abfangen oder dem Ballträger das «Flag» oder «Bändeli» entreissen.

Was ist Cheerdance?

Der Unterschied zum Cheerleading besteht darin, dass im Dance der tänzerische Fokus grösser ist und weniger akrobatische Elemente wie bei den Cheerleadern benutzt werden, also keine Saltos, Überschläge und Pyramiden.

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