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Zwei Frauen lächeln in die Kamera.

Das Jung-Duo Tina Deplazes (links) und Michelle Halbheer kommt aus dem Zürcher Oberland und ist das neue Co-Präsidium der Mitte Kanton Zürich. Fotos: PD/Sabina Bobst

Mitte-Co-Präsidentinnen im Interview

«Wir müssen mit eigenen Lösungen vorangehen»

Am 17. April wählte die Mitte Kanton Zürich ihr neues Co-Präsidium. Gewählt wurden die Oberländerinnen Tina Deplazes und Michelle Halbheer.

Das Jung-Duo Tina Deplazes (links) und Michelle Halbheer kommt aus dem Zürcher Oberland und ist das neue Co-Präsidium der Mitte Kanton Zürich. Fotos: PD/Sabina Bobst

Veröffentlicht am: 18.04.2024 – 14.58 Uhr

Am 17. April wählte die Mitte Kanton Zürich ihr neues Co-Präsidium. Die Hinwilerin Tina Deplazes (1996) und die Volketswilerin Michelle Halbheer (1999) setzten sich gegen die Kantonsrätin Janine Vannaz und den langjährigen Präsidenten der Kreispartei Zürich 6 und 10, Daniel Weiss, durch.

Somit übernehmen die Kantonsrätin Deplazes und Halbheer, die frühere Co-Präsidentin der Jungen Mitte Kanton Zürich, das Amt von Nicole Barandun und Thomas Hürlimann. Das sagen die jungen Oberländer Co-Präsidentinnen zu ihrer Wahl:

Tina Deplazes, Co-Präsidentin der Mitte Kanton Zürich

Man sieht eine junge Frau und einen jungen Mann im Gespräch.
«Grundsätzlich ist das Oberland gut unterwegs»: Tina Deplazes ist die neue Co-Präsidentin der Mitte Kanton Zürich. Foto: Keystone

Frau Deplazes, Gratulation zu Ihrer Wahl. Wie fühlt es sich an, in dieses Amt gewählt zu werden?

Tina Deplazes: Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir von den Delegierten in dieses Amt gewählt wurden. Wir freuen uns auf die kommende Arbeit.

Wie haben Sie diesen Erfolg gefeiert?

Wir hatten gestern nach der Wahl einen grossen Apéro. Die Jungen planten, noch in eine Bar zu gehen, doch die Versammlung dauerte sehr lange – Politikerinnen und Politiker reden gerne. Dieses Wochenende werde ich jedoch tatsächlich ins «Pirates» gehen, um die Wahl zu feiern.

Was sind Ihre kurz- und langfristigen Pläne für die Mitte Kanton Zürich?

Kurzfristig müssen wir uns einarbeiten und den Austausch mit unseren Sektionen und Vereinigungen suchen, um auch den internen Austausch zu pflegen. Das langfristige Ziel ist die thematische Arbeit. Wir müssen Schwerpunkte setzen und mit eigenen Lösungen vorangehen, sodass sich die Mitte als dritte Kraft im Zentrum etablieren kann.

Sie bringen beide schon Erfahrung in der Politik mit, sind aber immer noch Jungpolitikerinnen. Inwiefern war Ihr junges Alter bei der Wahl ein Thema?

Ja, die Gegenpräsidierenden fanden, es brauche Lebenserfahrung für dieses Amt. Ich glaube jedoch, die politische Erfahrung ist wichtiger. Von der konnten Michelle und ich trotz unserem jungen Alter schon reichlich sammeln. Wir sind auch nicht komplett auf uns allein gestellt, wir haben ein Präsidium, welches uns unterstützt. Ich bin zuversichtlich – obwohl wir jung sind. Für mich persönlich hat das junge Alter keine sehr grosse Rolle gespielt.

Sie amtieren zu zweit. Was sind die Vorteile eines solchen Co-Präsidiums?

Es ist sicher gut für die Miliztauglichkeit. Wir machen das beide ehrenamtlich. So können wir den Workload teilen. Ich arbeite nebenbei noch, und Michelle studiert und arbeitet ebenfalls, vom Aufwand her wäre das für eine Person zu viel. Es ist auch angenehm, falls man mal in die Ferien will. Mit dem Co-Präsidium kann man sich austauschen und hat so auch mehr Ideen.

Sie arbeiten jetzt schon viel. Wie bringen Sie Ihre Ämter als Kantonsrätin, Parteipräsidentin und Ihre Arbeit in der Wirtschaftsprüfung unter einen Hut?

Ich arbeite 70 Prozent in der Wirtschaftsprüfung. Durch die mir gegebene Flexibilität sollten die Ämter meiner Meinung nach gut miteinander vereinbar sein.

Sie sind Oberländerin, deshalb noch einen Blick auf Ihre Region: Wo kann das Zürcher Oberland Ihrer Meinung nach noch einen Schritt nach vorne machen?

Ein Riesenthema ist sicher das Gesundheitswesen – mit dem GZO und dem Spital Uster. Dieses Problem wird das Oberland beschäftigen. Grundsätzlich ist das Oberland jedoch gut unterwegs, aber es gibt sicher ein paar Dinge, welche man noch verbessern kann.

Welche zum Beispiel?

Ein Punkt, den man im Oberland verbessern könnte, ist ganz klar der Bau der Oberlandautobahn. Diese würde die Dörfer entlasten und somit deren Lebensqualität deutlich steigern.

Michelle Halbheer, Co-Präsidentin der Mitte Kanton Zürich

Michelle Halbheer auf einer Treppe.
«Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe»: Michelle Halbheer, Co-Präsidentin der Mitte Kanton Zürich. Foto: Silas Zindel

Frau Halbheer, wie fühlen Sie sich nach der Wahl?

Michelle Halbheer: Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe. Wir konnten beide bei der Jungen Mitte Schweiz beziehungsweise Kanton Zürich sehr viel Erfahrung sammeln, und wir freuen uns sehr, auch bei der Mitte Kanton Zürich viel zu erreichen.

Ihre Wahl war nicht überraschend, dennoch: Wie haben Sie diesen Erfolg gefeiert?

Es gab den üblichen Apéro im Rahmen der Delegiertenversammlung. Dort konnten wir mit langjährigen Begleitern anstossen und erste Glückwünsche, aber auch Ideen entgegennehmen.

Was bedeutet Ihnen die Wahl als trans Frau?

Für mich hat die Wahl keine besondere Bedeutung aufgrund meiner Geschlechtsidentität. Diese hat keinen Einfluss auf meine politischen Kompetenzen. Wir werden dadurch sicherlich queere Themen verstärkt behandeln, auf die Ausführung des Amts hat meine Vergangenheit allerdings keinen Einfluss.

Welche Pläne verfolgen Sie für die Mitte Kanton Zürich?

Langfristig ist eine der grossen Herausforderungen, dass wir selbständig Themen ausarbeiten und Lösungen dazu präsentieren. Kurzfristig ist das Ziel, erst einmal einen Überblick über das zu bekommen, was wir noch nicht kennen. Und auch mit unseren erfahrenen Parteigenossen zusammenzusitzen, sodass wir alle gut zusammenarbeiten können.

Wie Ihre Co-Präsidentin sind Sie noch Jungpolitikerin. Ist das Alter oder besser gesagt die Jugend ein Thema?

Was wir mitbringen, war sicher ein Gesprächsthema. Es war jedoch klar, dass wir trotz unserem jungen Alter schon viel politische Erfahrung sammeln konnten. Wir kennen die Partei schon seit mehreren Jahren. So konnten wir eine klare Vorstellung entwickeln, wo sich die Mitte Kanton Zürich hinbewegen soll. Für mich ist das Alter kein Handicap, ich sehe das eher als Vorteil. Wir bringen viel Energie und frische Ideen.

Wo sehen Sie die Vorteile eines solchen Co-Präsidiums?

Ich persönlich bin ein grosser Fan des Co-Präsidiums, für ein freiwilliges Amt. Wir werden für unsere Arbeit nicht entschädigt. Ein Vorteil ist sicher, dass wir uns gegenseitig unterstützen können. Wir arbeiten beide schon lange und sehr gut zusammen und ergänzen uns auch sehr gut.

Auch Sie kommen aus der Region. Wo kann das Zürcher Oberland Ihrer Meinung nach noch einen Schritt nach vorne machen?

Die Entwicklung der Region ist sicher ein grosses Thema, vor allem, was die Mobilität und die Infrastruktur angeht. Der Wohnraum im Oberland ist zum Beispiel ein grosses Thema, da das Oberland ein Entwicklungsschwerpunkt des Kantons ist. Dies ist sicher auch eine Herausforderung für die kantonale Politik.

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